„Braucht es neue Strukturen für die Gesundheitsversorgung?“. Dieser Thematik stellte sich Hans Amrein, Präsident des Spitalrates des Luzerner Kantonsspitals anlässlich des Bison Montagsgesprächs in Sursee. Im zweiten Teil entführte der Biochemiker Dr. Peter Gautschi die Zuhörer in einen faszinierenden Exkurs in die Alternsforschung. Dies mit gezielt polarisierenden wissenschaftlichen Fakten bis hin zum kontroversen Themenbereich der Unsterblichkeit.
Hochaktuelle und ebenso brisante Schwerpunkte bildeten den Rahmen des Bison Montagsgesprächs vom 31. August 2009. Rudolf Fehlmann, CEO Bison, durfte gleich zwei namhafte Persönlichkeiten aus den Bereichen des Gesundheitswesen und der Alternsforschung in Sursee begrüssen. In einer aktuellen Gesprächsrunde zu Fragen rund um die Gesundheitsversorgung in der Schweiz, stand Hans Amrein, Präsident des Spitalrates des Luzerner Kantonsspitals Rede und Antwort zu Themen wie: “Wer trägt die Verantwortung am immensen Wachstum der Gesundheitskosten?“ oder „Haben wir zu viele Spitäler?“ Hans Amrein: „Ja, wenn wir in der Schweiz die Spitalplanung von Null starten könnten, dann würden weniger als die Hälfte der Spitäler genügen. In Schweden hat es für 8.1 Millionen Einwohner gleichviele Spitäler wie im Kanton Bern“. In seinen Aussagen vermochte Hans Amrein den anwesenden Gästen die Problematik der momentanen Strukturen für die Gesundheitsversorgung in der Schweiz plausibel zu erklären und mögliche Szenarien aufzuzeigen. So befand er in etwa, dass „der Markt im schweizerischen Gesundheitswesen erst dann funktioniert, wenn ausreichend Transparenz herrscht. Hohe Qualität bei kostengünstigerer Versorgungsleistung soll übergreifend auch tatsächlich belohnt werden.“
Im zweiten Teil des Abends zeigte der Biochemiker Dr. Peter Gautschi anhand eines wissenschaftlichen Referates die möglichen Aussichten bezüglich der Alternsforschung über die nächsten Jahrzehnte auf. „Wir haben die Türe zur Unsterblichkeit bereits geöffnet», behauptet Dr. Peter Gautschi. Das Bestreben, sich mit der kontroversen Thematik der Unsterblichkeit auseinanderzusetzen ist ebenso faszinierend wie die brisante Thematik der Entschlüsselung des Alterungsgens. „Die letzte grosse Herausforderung der Menschheit?“
Weltweit sind heute ca. 135.00 Menschen über 100 jährig. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden es im Jahr 2050 weltweit mehr als 2 Millionen sein. Sofern der Trend zur Langlebigkeit anhält, werden viele der nachkommenden Generationen voraussichtlich ihren 100. Geburtstag erleben.
Mitverantwortlich für diese Zukunftsvisionen sind die Forschung in der Gentechnologie, Ernährungswissenschaft und vertiefte Kenntnisse der Molekularbiologie. Generell gilt die Molekularbiologie als die Wissensdisziplin, welche in den letzten 20 Jahren um ein Vielfaches gesteigert wurde und als Wissenschaftszweig die Türe zur Unsterblichkeit aufgestossen hat. Es geht also in Zukunft nicht mehr um die Frage, ob es sinnvoll oder erstrebenswert ist, sondern wie die Gesellschaft mit der Möglichkeit auf dem Weg zur Unsterblichkeit umgehen wird.
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